Salud Ustedes,
nach einer anstrengenden Woche (jeden tag 4 Stunden spanisch in der Schule, dann noch Hausaufgaben und die taeglichen Besorgungen natuerlich auch auf spanisch) war ich gestern echt froh, dass das rettende Wochenende begonnen hat. Aber auch da gibts jede menge zu tun, wir langweilen uns hier ganz bestimmt nicht ;-)
Am Donnerstag hat Granada zum ersten mal seit 15 Jahren wieder die Baseballmeisterscha
Spaeter treffen wir noch einen unserer Lehrer mit dem wir schon mal was unternommen haben. Ein wirklich netter Kerl, der ziemlich gut englisch spricht, was gelegentlich sehr hilfreich ist. Mit ihm gehen wir mit und werden von seinen Freunden freundlich aufgenommen. Man bietet uns zu trinken an. Das problem ist nur, dass hier der Rum in etwa so getrunken wird, wie bei uns das Bier, da muss ich mich erst ein bisschen dran gewoehnen ;-) Dazu gibt es Chicharon, das ist ausgelassene Schweinehaut. Schmeckt in etwa so, wie die Kruste vom Schweinebraten und kann hier ueberall gekauft werden.
Nach einer halben Stunde ist uns das rumstehen zu bloed (der Rum hat sicherlich auch dazu beigetragen ;-) und wir begeben uns in eine "Bar". Neben mir nimmt ein Lehrer Platz, der von mir ueber die Teilung Deutschlands informiert werden will, und warum da diese Mauer gestanden hat. Mit meinem begrenzten Wortschatz ist es gar nicht so einfach das zu erklaeren (er wollts ja wirklich genau wissen). Was bitte heisst "Besatzungszone" auf spanisch? So zieht sich die erklaerung ein bisschen in die laenge, aber er hoert mir aufmerksam zu, weil er diesen Stoff demnaechst in Geschichte vermitteln soll, aber seine Buecher nicht wirklich viel hergeben. Ich bin also mitten im erklaeren, da stehen unsere Freunde auf einmal auf und bedeuten uns hektisch, dass wir schnell mitkommen sollen. Wir gehen mit, verstehen aber die ploetzliche Hektik nicht so richtig. Auf dem weg ueber den Parkplatz erklaert man uns, dass ein paar andere gaeste uns ausrauben wollten und wir deswegen das weite suchen. Da schaut man schon erst mal. Allerdings kann man sich hier nie so sicher sein, in wie fern man wirklich in Gefahr ist oder nicht, weil es bei den Nicaraguanern eine art Volkssport ist, dich vor allem moeglichen Gefahren zu warnen, die eigentlich gar nicht da sind. Managua ist die sicherste Hauptstadt Suedamerikas, aber die Nicaraguaner scheinen fast ein wenig stolz auf ihre ehemalige "gefaehrlichkeit" zu sein. Aber man weiss eben nie was wirklich dran ist und lieber ein bisschen zu vorsichtig als ein bisschen zu ausgeraubt. Wir gehen also ein paar quadras weiter in eine andere "Bar" und lasen uns dort nieder. Wie um uns zu beruhigen erzaehlt einer unserer Kumpanen, dass sein Bruder hier in diesem Barrio wohnt und er hier "Galactico" genannt wird, weil er in seiner Schulzeit sehr sportlich gewesen sein muss. Da fuehlt man sich doch gleich viel besser ;-)
Am naechsten Tag besuchen wir die Islettas, das sind hunderter kleiner Inseln im Nicaraguasee, die entstanden sind, als vor 10000 Jahren der Vulkan Mombacho, der heute noch aktiv ist in die Luft geflogen ist. Die meisten sind nicht groesser als ein Fussballfeld und viele von ihnen sind bewohnt. Urspruenglich haben sich hier die Piraten der Karibik versteckt, denn der Nicaraguasee ist ueber den Rio San Juan mit dem Atlantik verbunden. Die haben natuerlich in dem Kanalsystem eine wunderbare bleibe gefunden, besser kann man sich fast nicht verstecken. Nach den Piraten haben sich auf den Islettas die aermsten Bevölkerungsschichte
Vorbei an der Villa die der Familie Somoza gehoerte fahren wir durch das Labyrinth aus Wasser, Schwimmpflanzen und Inselchen. Esperanzita hat uns eine Insel empfohlen auf der man gut essen kann. Wir lassen uns dort absetzen, fahren vorher aber noch an Monkey Island vorbei, einem Eiland das sich auf 15m*15m bemisst und von 4 Affen bewohnt wird. Die wurden hier mal aus Forschungszwecken ausgesetzt, weil ein Wissenschaftler herausfinden wollte, ob sich zwei unterschiedliche Affenarten miteinander verpaaren wuerden. So sitzen die Affen also auf ihrer Insel, paaren sich miteinander und werden von allen vorbeifahrenden Touristen mit Bananen gefuettert.
Unsere Essensinsel (mit dem wunderbaren Namen Comeda Justo Condor) ist wirklich traumhaft, wir sind ziemlich frueh dran und deswegen die einzigen beiden Gaeste. Wir geniessen die Ruhe abseits des staendigen Laerms in Granada. Im Wasser vor uns, das zwar nicht wirklich einladend aussieht, aber hier so sauber sein soll, dass man drin baden kann spielen zwei Kinder, die ganz begeistert sind, als Jakob zum Jonglieren anfaengt. Ich lese ein bisschen, schreibe Sachen auf, die mir im Kopf rumgehen und geniesse eine Aussicht, beschattet von einem Palmendach, wie man sie nicht oft im Leben hat. Zum mittagesen bestellen wir uns einen Nicaraguaseefisch (Den namen hab ich leider vergessen), etwa so gross wie ein ordentlicher Karpfen aber mit ziemlich boese aussehenden zaehnen und auch anatomisch anders. Das Fleisch ist weiss, ziemlich fest, aber nicht trocken. Der Geschmack laesst sich schwer beschreiben, ist anders als alle was ich bisher gegessen habe, aber nicht schlecht. Nach dem Essen lese ich noch ein bisschen und lass die Seele baumeln. Nach 4 Stunden auf der Insel fahren wir mit dem Boot wieder zurueck nach Puerto Cabaña Marilla und von dort aus mit dem Taxi nach Granada. Fuer nicaraguanische Verhaeltnisse war der Spass zwar nicht ganz billig, aber auf jeden Fall ein muss fuer alle Nicaraguareisende.
Morgen werden wir vielleicht mal den Mombacho besteigen, da man den Gipfel von unten aus nie sieht, weil er immer von Wolken umhangen ist und naechsten Mittwoch endet auch schon unser Sprachkurs. Dann werden wir noch die Isla de Ometepe besuchen, eine Vulkaninsel im Nicaraguasee und dann nach Managua zurueckkehren. Uebernaechsten Montag beginnen wir dann unsre Arbeit. Ich bin ja mal gespannt.
Liebe gruesse an euch alle,
euer Christoph
Samstag, 22. September 2007
Wochenende in Nicaragua
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