Nachdem mein letzter Beitrag ja doch sehr theoretisch und kopflastig war, gibts dieses mal was handfestes. Aber so richtig!
Bei ihrem Besuch im Januar hat meine erste Delegation nach ihrem Besuch in Los Trejos den Wunsch geäußert sich für die Gastfreundschaft dort irgendwie zu revanchieren. Also hab ich in meiner Communidad gefragt, was ihnen denn so auf dem Herzen liegt.
Nach kurzem Überlegen war klar: Ein Wassertank. Dazu muss man ein bisschen über die nicaraguanische Infrastruktur bescheid wissen: In Managua gibt es zwar fast überall fließendes Wasser aus dem Wasserhahn (das - in Managua - sogar ohne Probleme trinkbar ist - chlorseidank), allerdings nicht den ganzen Tag. Das Wasser wird rationiert, damit es für alle reicht. Der Wassermangel hängt natürlich einerseits mit den begrenzten Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung zusammen (Wasser an sich gibt es in der zwischen Managua- und Nicaraguasee gelegenen Hauptstadt genug), zum anderen am Leitungsnetz.
Da sieht die Lage nämlich ziemlich düster aus: 40% von dem Wasser das beim Wasserwerk in die Leitung reingepumpt wird kommt nämlich nicht dort an wo es hin soll, sondern versickert durch Lecks im Maroden Leitungsnetz.
Nur mal ein Bild um sich das deutlich zu machen: Stell dir vor, du gehst in ein Wirtshaus, bestellst eine halbe Bier und bekommst eineinhalb Kölsch!
Hinzu kommt natürlich auch noch ein ganzer Haufen Wasseranschlüsse, die nicht legal sind (und deswegen keine Wasseruhr haben und daher auch als Verluste gerechnet werden). Um das Problem der Lecks in den Griff zu bekommen (für eine Lösung - ein neues Leitungsnetz - fehlt das Geld), schaltet man einfach das Wasser ab. Je nach momentaner Knappheit und Reichtum des Barrios (je reicher, desto mehr Wasser) zwischen 4 und 18 Stunden am Tag.
Los Trejos gehört zu den armen Barrios die nur 6 Stunden am Tag Wasser haben - zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh. Da muss dann jemand aufstehen und Wasser in irgendwelche Behältnisse füllen, Flaschen, Schüsseln, Fässer, Eimer. Das steht dann so rum, Dreck und Staub fliegt rein, Mücken legen ihre Eier rein usw.
Solange man gesund (und es gewohnt ist) hält man das schon aus. Aber Sonia (die Hausherrin) ist Zuckerkrank und hat deswegen öfter mal wunde Stellen die nie richtig abheilen, weil sie einfach nicht richtig sauber werden, sich entzünden etc.
Also haben wir angefangen zu überlegen, wie wir das mit dem Tank machen könnten. Er muss irgendwo erhöht stehen, damit das Wasser auch von selber wieder raus fließt (eine Pumpe scheidet aus, weil die Situation beim Strom ähnlich aussieht).
Erst war der Plan, den 1100 Liter fassenden Tank auf das bestehende Badehäuschen zu stellen, allerdings wäre (weil das Häuschen keiin Fundament hat) eine aufwendige Stützkonstruktion notwendig gewesen. Nach einigem Hin- und Her haben wir diese Idee verworfen und einen guten neuen Einfall gehabt: Das Grundstück liegt an einem Hang und hinter dem Haus ist man schon 1,5m Höher. Dort werden wir jetzt aus massiven Steinblöcken (70 KG pro Stück) eine Bühne bauen auf der dann der Tank stehen wird.
Also haben wir mit dem Einkauf begonnen: 100 Steinblöcke, 6 Säcke Zement, ein Kubikmeter Schotter für den Beton und Sand für den Mörtel.
Gestern haben Remigio, Jakob und ich also mit dem Bau begonnen und das Fundament gelegt. Dazu muss man erst mal den Schotter von vor dem Haus nach hinter dem Haus bringen, dazu Wasser, Zement und Sand. Dann wird das ganze mit der Schaufel vermischt (ein Königreich für einen Betonmischer!), wieder in Eimer geschaufelt und in den Fundamentgraben geschüttet und glattgestrichen. Dieser Teil ist also schon mal fertig.
Nach dem Betonieren haben wir noch ein paar Steine zum Bauplatz geschleppt, nach 4 Stück war ich fertig, wir waren zu dritt, fehlen also nur noch 88 ;-) (Nebeninformation: Schattentemperatur um 10 Uhr vormittags: 38°C)
Morgen werden wir mit dem Mauern beginnen, mal sehen wie weit wir kommen.
In der Bildergalerie kann man sich von alle dem natürlich fotografische Beweise anschauen und sehen wie ich hier schwitz als Zivi.
Bei ihrem Besuch im Januar hat meine erste Delegation nach ihrem Besuch in Los Trejos den Wunsch geäußert sich für die Gastfreundschaft dort irgendwie zu revanchieren. Also hab ich in meiner Communidad gefragt, was ihnen denn so auf dem Herzen liegt.
Nach kurzem Überlegen war klar: Ein Wassertank. Dazu muss man ein bisschen über die nicaraguanische Infrastruktur bescheid wissen: In Managua gibt es zwar fast überall fließendes Wasser aus dem Wasserhahn (das - in Managua - sogar ohne Probleme trinkbar ist - chlorseidank), allerdings nicht den ganzen Tag. Das Wasser wird rationiert, damit es für alle reicht. Der Wassermangel hängt natürlich einerseits mit den begrenzten Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung zusammen (Wasser an sich gibt es in der zwischen Managua- und Nicaraguasee gelegenen Hauptstadt genug), zum anderen am Leitungsnetz.
Da sieht die Lage nämlich ziemlich düster aus: 40% von dem Wasser das beim Wasserwerk in die Leitung reingepumpt wird kommt nämlich nicht dort an wo es hin soll, sondern versickert durch Lecks im Maroden Leitungsnetz.
Nur mal ein Bild um sich das deutlich zu machen: Stell dir vor, du gehst in ein Wirtshaus, bestellst eine halbe Bier und bekommst eineinhalb Kölsch!
Hinzu kommt natürlich auch noch ein ganzer Haufen Wasseranschlüsse, die nicht legal sind (und deswegen keine Wasseruhr haben und daher auch als Verluste gerechnet werden). Um das Problem der Lecks in den Griff zu bekommen (für eine Lösung - ein neues Leitungsnetz - fehlt das Geld), schaltet man einfach das Wasser ab. Je nach momentaner Knappheit und Reichtum des Barrios (je reicher, desto mehr Wasser) zwischen 4 und 18 Stunden am Tag.
Los Trejos gehört zu den armen Barrios die nur 6 Stunden am Tag Wasser haben - zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh. Da muss dann jemand aufstehen und Wasser in irgendwelche Behältnisse füllen, Flaschen, Schüsseln, Fässer, Eimer. Das steht dann so rum, Dreck und Staub fliegt rein, Mücken legen ihre Eier rein usw.
Solange man gesund (und es gewohnt ist) hält man das schon aus. Aber Sonia (die Hausherrin) ist Zuckerkrank und hat deswegen öfter mal wunde Stellen die nie richtig abheilen, weil sie einfach nicht richtig sauber werden, sich entzünden etc.
Also haben wir angefangen zu überlegen, wie wir das mit dem Tank machen könnten. Er muss irgendwo erhöht stehen, damit das Wasser auch von selber wieder raus fließt (eine Pumpe scheidet aus, weil die Situation beim Strom ähnlich aussieht).
Erst war der Plan, den 1100 Liter fassenden Tank auf das bestehende Badehäuschen zu stellen, allerdings wäre (weil das Häuschen keiin Fundament hat) eine aufwendige Stützkonstruktion notwendig gewesen. Nach einigem Hin- und Her haben wir diese Idee verworfen und einen guten neuen Einfall gehabt: Das Grundstück liegt an einem Hang und hinter dem Haus ist man schon 1,5m Höher. Dort werden wir jetzt aus massiven Steinblöcken (70 KG pro Stück) eine Bühne bauen auf der dann der Tank stehen wird.
Also haben wir mit dem Einkauf begonnen: 100 Steinblöcke, 6 Säcke Zement, ein Kubikmeter Schotter für den Beton und Sand für den Mörtel.
Gestern haben Remigio, Jakob und ich also mit dem Bau begonnen und das Fundament gelegt. Dazu muss man erst mal den Schotter von vor dem Haus nach hinter dem Haus bringen, dazu Wasser, Zement und Sand. Dann wird das ganze mit der Schaufel vermischt (ein Königreich für einen Betonmischer!), wieder in Eimer geschaufelt und in den Fundamentgraben geschüttet und glattgestrichen. Dieser Teil ist also schon mal fertig.
Nach dem Betonieren haben wir noch ein paar Steine zum Bauplatz geschleppt, nach 4 Stück war ich fertig, wir waren zu dritt, fehlen also nur noch 88 ;-) (Nebeninformation: Schattentemperatur um 10 Uhr vormittags: 38°C)
Morgen werden wir mit dem Mauern beginnen, mal sehen wie weit wir kommen.
In der Bildergalerie kann man sich von alle dem natürlich fotografische Beweise anschauen und sehen wie ich hier schwitz als Zivi.
1 Kommentar:
psst... optimaler wasser/zement wert ist 0.4 (massenbezogen) keine so ne suppe wie du da machst :p
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